Friday, 29 April 2022 13:21

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH – EINE FILMEMPFELUNG [UND ICH KONNTE DABEI SEIN]

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Filmplakat: Kino Schauburg auf dem Filmfest Bremen Filmplakat: Kino Schauburg auf dem Filmfest Bremen
RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH – SEIT GESTERN IM KINO: ANSCHAUEN SOLLTE SICH LOHNEN

Seit gestern, Donnerstag, den 28.04.2022 ist er nun im Kino. Bei dem Dreh Ende 2020 inmitten der Corona-Pandemie habe ich mit einem Drehtag in der Rolle eines Schöffen an der Seite der von Sabine Urban gespielten Richterin meinen kleinen Beitrag zu diesem preisgekrönten Kinofilm geleistet, was trotz der schwierigen Drehbedingungen zu Coronazeiten mehr oder minder extrem viel Spaß gemacht hat. Eine kleine zusätzliche „Durchs Bild Lauf – Statistenrolle“ war auch noch dabei.

Warum ich gerade „mehr oder minder“ schrieb und was dann alles doch nicht ganz so einfach war, erfahrt ihr in diesem Bericht.
Zum Ende Oktober 2020, inmitten der Corona-Pandemie, hatte ich einen Drehtag bei der PANDORA Filmproduktions GmbH und stand unter der Regie von Andreas Dresen, einem wirklich tollen Regisseur, in der Bremer Innenstadt im Landgericht Bremen zu dem Kinofilm „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ vor der Kamera.

Kurz zuvor fand das sogenannte Fitting im Maritim Hotel Bremen statt, wozu seiner Zeit extra vor dem Eingang zum Hotel ein stationärer Sanitätswagen parat gestellt wurde, in dem ich damals meinen ersten Coronatest machen musste. Ohne einen solchen, dann natürlich negativen, hätte man sonst nicht an der Produktion teilnehmen dürfen.

Ich selbst hatte seit Beginn der Pandemie bis dahin keinen Dreh mehr mit mehreren Personen gemacht, so dass diese Art für eine solche Dreharbeit tatsächlich sehr neu und doch leicht befremdlich war. Denn gerade der persönliche Austausch vor Ort miteinander trägt normalerweise sehr viel eines Films, so dass dabei auch oft noch interessante wichtige Dinge für den Film entstehen können.

Der Drehtag selbst war somit recht kompliziert, da wir (zu dem Zeitpunkt auch noch fast neu für mich) selbstverständlich den ganzen Tag - bis auf bei dem Dreh selbst - mit Maskenpflicht, Abstandseinhaltung im Warteberich und dergleichen zu tun hatten. Auch die Verpflegung, welche bei solchen Produktionen i.d.R. immer mit hervorragenden Catering-Angeboten daher kommt, war hier einmal etwas anders, so dass wir uns dem um die Ecke wartenden goldenen M zugewandt haben.

Neben diesen ganzen Coronadingen machte mir persönlich ein weiterer Umstand etwas zu schaffen, da ich mir wenige Wochen zuvor bei meinem damaligen eigenen Filmdreh zum KLAPPE-Kurzfilmwettbewerb des Filmfestes Bremen Ende September einen dreifachen Mittelfußbruch zugezogen hatte, und ich hier nun mit einem solchen Spezialschuh, der einer Kleinversion eines Skischuhs ähnelte zu Kämpfen hatte. Zum Glück war ich als Schöffe bloß im Flur weiter hinten bei den Vorbereitungen zu den Akten vermutlich so gut wie gar nicht zu erkennen, sowie im Gerichtssaal neben der Richterin sitzend, wo die Füße nicht zu sehen sein dürften. Bei meiner zum Abend hin noch zusätzlich stattfindenden Komparsen-Rolle als durchs Bild laufender Fahrradfahrer viel das mehrfach durchs Bild laufen dann doch auf Dauer etwas schwer, hat aber trotzdem riesigen Spaß gemacht.

Zu der Arbeit mit, bzw. vor der Arbeit von Andreas Dresen kann ich nur den Hut ziehen, da dieser Mensch eine solche Ruhe ausgestrahlt hat, wodurch ich mich bei dem Dreh durchaus sehr wohl gefühlt hab und eine Menge Spaß im Saal vorhanden war. Wirklich toll.

Nun habe ich selbst den fertigen Film noch nicht sehen können, doch den vielen Kritiken nach, sowie dem, was man so an Trailer und Ausschnitten zusammen mit Interviews sehen konnte, ergänzt um die Tatsache dass er zwei silberne Bären auf der Berlinale für „Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle“, sowie „Bestes Drehbuch“ erhalten hat ist es auch so mit ganz großer Sicherheit eine dicke fette Empfehlung wert, so dass ich einen solchen Besuch schon jetzt empfehlen möchte.

Die Geschichte Selbst und das was dort hinter steckt, ist definitiv einen Blick wert.

Weiter Infos zum Film selbst auf der Filmseite zum Film: https://rabiye.film/ Ein schöner Bericht, sowie Video inklusive tollem Interview mit Andreas Dresen auf der Seite vom NDR: https://www.ndr.de/kultur/film/tipps/Rabiye-Kurnaz-gegen-George-W-Bush-Kampf-um-den-Sohn,dresenfilm124.html Der Trailer zum Film hier: https://www.youtube.com/watch?v=LMltJyiajhM

Ich freue mich sehr auf den Film.

Bis bald,

Euer Frank
Read 136 times Last modified on Friday, 29 April 2022 15:09

Visuell & Anspruchsvoll

Geschichten erzählen. Geprägt aus der Schaffenswelt des Kurzfilms, sowohl vor als auch hinter der Kamera zu Hause, den Fokus stets auf die richtige Lösung und das Wirken der Bilder gestellt. Beratend, anspruchsvoll, abliefernd, kreativ. Und dabei unkompliziert und höchst persönlich. Das ist es, was uns ausmacht.